Geschichte & Orte

Widerstandsnest 62 – ein Bunker über Omaha Beach

Über D-Day, die Widerstandsnester des Atlantikwalls im Allgemeinen und Wn 62 im Besonderen – die Stellung, von der aus Hein Severloh stundenlang auf die landenden Truppen feuerte.

Am 6. Juni 1944 begann mit der alliierten Landung in der Normandie („D-Day“, Operation Overlord) die Befreiung Westeuropas vom nationalsozialistischen Deutschland. An fünf Strandabschnitten – Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword – gingen amerikanische, britische, kanadische und weitere alliierte Truppen zeitgleich an Land. Omaha Beach galt als der am stärksten befestigte und verlustreichste Abschnitt: steile Klippen, ein weiter offener Strand und ein dicht gestaffeltes System deutscher Verteidigungsanlagen machten die Landung hier zu einem der blutigsten Kapitel des Tages.

Diese Verteidigungsanlagen waren Teil des Atlantikwalls, den die Wehrmacht seit 1942 entlang der gesamten europäischen Atlantikküste errichten ließ. Die kleinste taktische Einheit darin war das sogenannte Widerstandsnest: meist nur von einer Handvoll Soldaten besetzte Stellungen mit Maschinengewehren und leichten Waffen, oft in Bunkern mit bis zu zwei Meter dicken Betonwänden. Verpflegung und vor allem Munition reichten häufig nur für wenige Stunden Kampf. Mehrere Widerstandsnester bildeten zusammen einen größeren Stützpunkt; ihre Schussfelder waren so angelegt, dass sie sich gegenseitig überlappten und Angreifern kaum eine Lücke ließen. Allein am Abschnitt Omaha Beach gab es 14 solcher Widerstandsnester.

Eines davon war Widerstandsnest 62 bei Colleville-sur-Mer, auf einem Höhenzug direkt über einer der wenigen Zufahrten vom Strand ins Hinterland gelegen – eine Position mit freiem Blick über den gesamten Strandabschnitt, die sie zu einer der gefährlichsten Stellungen an ganz Omaha Beach machte. Auf kaum 300 mal 300 Metern lagen hier zwei Bunker vom Typ H669, mehrere Tobruk-Stände für Maschinengewehre und Granatwerfer sowie ein Beobachtungsposten für eine weiter im Hinterland liegende Artilleriebatterie – besetzt von gerade einmal rund 41 Soldaten. Einer von ihnen war der 20-jährige Heinrich „Hein“ Severloh, der von hier aus stundenlang mit seinem MG 42 auf die landenden Truppen feuerte. In seinen später veröffentlichten Erinnerungen gab er selbst sehr hohe Opferzahlen an – Zahlen, die Historiker angesichts der Gesamtverluste am gesamten Omaha Beach heute als deutlich übertrieben einordnen.

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